Verschiedene Autoren Denkmäler der Tonkunst in Bayern (Neue Folge)
Veröffentlicht von der Gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte
Die Reihe wird fortgesetzt. Neben der Hauptreihe der Neuen Folge der Denkmäler der Tonkunst in Bayern erscheint eine Reihe von Sonderbänden in Buchformat.
404 Seiten | 27 x 34 cm | 1.869 g | ISMN: 979-0-004-80292-2 | Broschur, Fadenheftung
Das „Dramma per musica“ Siroe von Tommaso Trajetta (1739–1779), vertont auf ein Libretto von Pietro Metastasio, wurde 1767 als Auftragswerk für die Karnevalsspielzeit in München komponiert. Das Werk wurde vom Münchner Publikum positiv aufgenommen; in der Forschung, vor allem von Hugo Goldschmidt und Franz Michael Rudhardt, wurde das Werk dagegen eher kritisch beurteilt, da Trajetta nach der bislang erreichten Stilebene im Sinne der italienischen Opernreform wieder ein altes Metastasio-Libretto vertont hatte, mit dem sich andere Komponisten bereits seit 40 Jahren befasst hatten. Trajetta hatte sich allerdings dem konservativen musikalischen Geschmack des Münchner Publikums und besonders des Kurfürsten anzupassen, erweiterte jedoch vorsichtig die musikdramaturgischen Grenzen. Häufig machte er vom Accompagnato-Rezitativ Gebrauch, und in der musikalischen Personen- und Situtationscharakteristik zeigte er sich – innerhalb des überlieferten Formschemas der Opera seria – doch als genau differenzierender Dramatiker.