Johannes Maria Staud (*1974) Stachel
Rhapsodie für Streichorchester [StrOrch] 2024 Dauer: 20'
Str: 6.5.4.4.2
Uraufführung der Vorstudie „September Music“: Schwaz/Österreich (Festival Klangspuren), 18. September 2024
Uraufführung der endgültigen Fassung „Stachel“: Ravensburg, Bodenseefestival, 21. Mai 2025
Auftragswerk des Münchener Kammerorchesters, gefördert von der Ernst von Siemens Musikstiftung, der Klangspuren Schwaz und Les Musicales de Quiberon / Opera de Rennes
Leise, flirrende, fast an der Hörschwelle hingetupfte und von langen Pausen getrennte Kurzereignisse, in die sich nach und nach eine eigenartige, absteigende Solo-Kontrabass-Linie schleicht, eröffnen dieses Werk.
Aber dies ist nur der Beginn einer Reise. Plötzliche stachelig-melodische Ausbrüche, widerspenstige solistische Einwürfe und dornige mikrotonale Passagen, die sich zu eruptiven, soghaften Tutti-Klangwirkungen aufschwingen, werden vorgestellt. Aber auch bruitistische und verhauchende Musiklandschaften, die bewusst mit dem Überraschungsmoment spielen, werden eingeführt. Vielfältige, stachelige Klanglandschaften, die aber einer geheimen übergreifenden Dramaturgie folgen.
Dieses fünfteilige rhapsodische Werk ist meine Auseinandersetzung mit der wunderbaren Besetzung des Streichorchesters. Die Vorstudie „September Music“, die in dieses Werk einfloss und die bereits im September 2024 bei den Klangspuren durch das MKO und Bas Wiegers uraufgeführt wurde, habe ich nun wesentlich erweitert, ausgebaut und revidiert.
„Stachel“, mein zweites Auftragswerk nach „Terra Pinguis (für Arthur)“ für das unvergleichliche Münchener Kammerorchester, ist zugleich mein erstes für reines Streichorchester. Dieses Werk ist in tiefer Zuneigung diesem wunderbaren Klangkörper gewidmet.
(Johannes Maria Staud, Wien, 27.11.2024)